Lageranalyse: Bestand, Lagerwert und Bewegungen prüfen
Die Lageranalyse zeigt Ihren heutigen Bestand, seinen Lagerwert und die Lagerbewegungen eines gewählten Zeitraums. Sie hilft Ihnen, kritische Bestände, Nachbestellbedarf, Langsamdreher und Lücken in den Stammdaten zu finden. Für belastbare Entscheidungen unterscheiden Sie zuerst, welche Angaben den heutigen Stand beschreiben und welche den Zeitraum.
Diese Anleitung behandelt die Lageranalyse im Fenster Reports & Analysen. Die Lager-Auswertung im Lagerbestand ist ein eigenes Fenster mit dem Häkchen Bewegungen einbeziehen und wird anders bedient.
Lageranalyse öffnen und Zeitraum festlegen
Öffnen Sie in der Navigation Reports und wählen Sie unter STAMMDATEN den Eintrag Lageranalyse. Das Feld heißt hier Zeitraum Bewegungen; beim Öffnen steht es auf Aktuelles Jahr. Eigene Grenzen setzen Sie in Von und Bis. Jede Änderung rechnet den Bericht neu, Aktualisieren lädt geänderte Bestände und Bewegungen. Mit Dokument und Diagramme wechseln Sie die Ansicht.
Der Zeitraum bestimmt nur die Bewegungen und den Absatz. Die Bestandszahlen sind immer der heute gespeicherte Bestand. Der Berichtskopf nennt beides getrennt als Zeitraum Bewegungen und Bestandsstichtag. Wer „Letztes Jahr“ wählt, bekommt keinen Bestand zum damaligen Jahresende.
Bestand, Verfügbarkeit und Lagerwert
OfficeOmni fasst die Lagerbestände je Artikel über alle Lagerorte zusammen. Die Lagerübersicht zeigt unter anderem Produkte mit Bestand, Gesamte Lagermenge, Lagerwert (netto), Nicht bewertbar, Ausverkauft, Kritisch, Unter Meldebestand, Langsamdreher und Lagerleichen. Artikel ohne Bestandseintrag zählen nicht als ausverkauft.
Verfügbar ist der Bestand abzüglich der reservierten Menge. Der Lagerwert ist positiver Bestand mal hinterlegtem Netto-Einkaufspreis des Artikels. Fehlt ein positiver Einkaufspreis, trägt der Bestand nichts zum Lagerwert bei und zählt unter Nicht bewertbar. Ein niedriger Lagerwert kann also an fehlenden Preisen liegen. Historische Anschaffungskosten einzelner Chargen rechnet der Bericht nicht.
Kritisch und Unter Meldebestand messen den Bestand an dem Mindestbestand, der am Lagerbestand hinterlegt ist: Kritisch ist ein Bestand über null, der diese Grenze erreicht oder unterschreitet, unter Meldebestand einer, der sie unterschreitet. Ohne hinterlegten Mindestbestand fällt ein Artikel in keine der beiden Gruppen.
Nachbestellvorschläge und Reichweite
Ein Nachbestellvorschlag ist die positive Differenz zwischen Zielbestand und der schon verfügbaren oder bestellten Menge. Ziel ist der Maximalbestand, fehlt er, der Mindestbestand. Als bestellt zählt die am Lagerbestand gespeicherte bestellte Menge. Der Bericht zeigt bis zu 20 priorisierte Vorschläge und bis zu 25 kritische Bestände. Er löst selbst keine Bestellung aus; prüfen Sie Reservierungen und offene Bestellungen, bevor Sie bestellen.
Die Reichweite setzt den heutigen Bestand ins Verhältnis zum durchschnittlichen Tagesabsatz im Zeitraum. Als Absatz zählen Rechnungspositionen abzüglich Rechnungskorrekturen; Lieferscheine, Lagerbuchungen und Gutschriften zählen nicht. Ohne Absatz gibt es keine Reichweite. Ein kurzer oder saisonal geprägter Zeitraum verzerrt das Ergebnis stark.
Langsamdreher und Lagerleichen
Langsamdreher sind Artikel mit Bestand, deren letzter Verkauf mindestens 180 Tage zurückliegt; ab 365 Tagen zählen sie zusätzlich als Lagerleichen. Maßgeblich ist der letzte Verkauf über die ganze Historie, nicht nur im Zeitraum. Ein Artikel mit Bestand, der noch nie verkauft wurde, ist deshalb immer Langsamdreher und Lagerleiche, auch ein ganz neuer.
Überbestand ergibt sich dagegen aus einer rechnerischen Reichweite von mehr als 365 Tagen. Die Gruppen überschneiden sich; zählen Sie sie nicht zu einer Gesamtzahl von Problemartikeln zusammen. Prüfen Sie auffällige Artikel an Verkaufshistorie und Stammdaten, bevor Sie Beschaffung oder Sortiment ändern.
Die Produktanalyse verwendet das Wort Langsamdreher anders: Dort ist es ein Artikel mit Bestand, der im Zeitraum höchstens drei Einheiten verkauft hat.
Bewegungen und Datenqualität
Der Abschnitt Lagerbewegungen im Zeitraum zeigt die Bewegungen nach Monat und nach Art sowie auffällige Buchungen. Die Übersicht Bewegungsarten im Zeitraum führt alle acht Bewegungsarten auf, auch solche ohne Buchung. Die Monatsreihe zeigt Eingang, Ausgang und Inventur-Korrektur; Umlagerungen, Verkäufe und Einkaufsbestellungen stehen dort nicht. Als letzter Wareneingang zählen auch Rückgaben.
Letzte Bewegungen listet höchstens 200 Buchungen mit Datum, Artikel, Mengenänderung, Lagerorten, Referenz, Benutzer und Notiz. Weitere Abschnitte zeigen die 20 Artikel mit dem höchsten Lagerwert, die Kapitalbindung, Lagerorte mit Auffälligkeiten und die Lagerdatenqualität: fehlende Einkaufspreise, Lagerorte, Mindest- und Meldebestände sowie negative Bestände.
Die Excel-Datei enthält die Kennzahlen, die kritischen Bestände, die Top-Artikel nach Lagerwert, die Lagerorte und die Datenqualität. Nachbestellvorschläge und Bewegungen stehen nur im Dokument, im PDF und im Ausdruck.
Häufige Fragen
Zeigt die Auswahl Letztes Jahr einen historischen Lagerbestand?
Nein. Der Bestand stammt immer aus den heute gespeicherten Lagerdaten. Der Zeitraum grenzt nur Bewegungen und Absatz ein.
Warum ist der Lagerwert trotz vorhandener Ware niedrig?
Prüfen Sie die Netto-Einkaufspreise. Bestände ohne positiven Preis zählen unter Nicht bewertbar und gehen nicht in den Lagerwert ein.
Warum erscheint ein neuer Artikel als Langsamdreher?
Ein Artikel mit Bestand, der noch nie verkauft wurde, erfüllt die Regel. Prüfen Sie die Verkaufshistorie, bevor Sie die Einstufung wirtschaftlich deuten.
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